IFAT 2026: Neues Messe-Format
Vier Tage, über 3.000 Aussteller, 60 Jahre Erfahrung: Die IFAT Munich 2026 tritt mit verkürzter Laufzeit und neuem Selbstverständnis an.
Die IFAT Munich 2026 findet erstmals an vier statt fünf Tagen statt – Montag bis Donnerstag, jeweils 9 bis 18 Uhr. Die Entscheidung zur Laufzeitverkürzung ist das Ergebnis einer umfangreichen Auswertung sowie der Abstimmung mit Ausstellern und Verbänden. „Durch die neue Laufzeit gewinnt die IFAT Munich weiter an Effizienz“, sagt Stefan Rummel, Geschäftsführer der Messe München. „Gleichzeitig schonen wir damit die Ressourcen unserer Aussteller und Besucher.“ Das Jubiläumsjahr – 60 Jahre IFAT Munich – habe den Anlass gegeben, Abläufe grundlegend zu überdenken. Inhaltlich bleibt die Messe breit aufgestellt. Auf rund 300.000 m² Ausstellungsfläche, verteilt auf 18 Hallen und weite Teile des Freigeländes, präsentieren Unternehmen aus mehr als 60 Ländern ihre Lösungen.
Parallel zur Formatanpassung tritt die Messe 2026 mit einer geänderten Selbstbeschreibung auf. Künftig firmiert sie unter dem Titel: IFAT Munich: Solutions for Water, Recycling and Circularity. Der neue Claim unterstreicht den Anspruch, als internationale Plattform-Lösung in den Bereichen Wasser, Recycling und Kreislaufwirtschaft zusammenzuführen.
Wasserwirtschaft: KARL
2026 tritt der Schwerpunkt Wasserwirtschaft unter besonderem Handlungsdruck auf: Strengere gesetzliche Vorgaben, Klimafolgen und steigende Investitionsbedarfe treffen auf begrenzte personelle und finanzielle Ressourcen. Die Messe adressiert diese Gemengelage mit einem dichten Programm aus Fachvorträgen, Lösungstouren und Diskussionsrunden. Ein zentrales regulatorisches Thema ist die novellierte Kommunalabwasserrichtlinie, kurz KARL. Die EU hat damit Ende 2024 die Rahmenbedingungen für die Siedlungswasserwirtschaft neu definiert. „Ein Meilenstein für den Gewässerschutz, aber auch eine gewaltige Herausforderung für Abwasserwirtschaft und Kommunen“, betont die Vorständin der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA), Dr. Lisa Irwin-Broß. Nach Verbandsangaben müssen allein in Deutschland bis 2045 mehrere hundert Kläranlagen um eine vierte Reinigungsstufe erweitert werden. Zusätzlich soll die Abwasserbehandlung künftig energieneutral erfolgen.
Kritische Infrastruktur
Angesichts geopolitischer Risiken, hybrider Bedrohungen und neuer gesetzlicher Vorgaben gewinnt der Schutz kritischer Infrastrukturen an Bedeutung. Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung sind davon unmittelbar betroffen. Das NIS2-Umsetzungsgesetz sowie das geplante KRITIS-Dachgesetz bilden den rechtlichen Rahmen. „Die Gesetze geben der Branche einen klaren rechtlichen Rahmen für erforderliche Investitionen und zur Umsetzung von Maßnahmen“, sagt Peter Frenz vom Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW). „Nur durch einen umfassenden Ansatz, der Risiken aus dem Cyberraum, dem Informationsraum und dem physischen Raum ganzheitlich berücksichtigt, kann die Resilienz der kritischen Infrastrukturen in Deutschland erhöht werden.“ Auf der IFAT Munich steht das Thema beim „Tag der resilienten Kommunen“ am 7. Mai mit Vorträgen auf der Blue Stage und begleitenden Lösungstouren im Fokus.
Abwasserwärme
Zwei weitere Themen adressieren den Klimawandel aus unterschiedlichen Richtungen. Zum einen rückt die Nutzung von Abwasserwärme stärker in den Blick: Mit der im Abwasser enthaltenen Wärme lassen sich 5 bis 10 % des Gebäudewärmebedarfs in Deutschland decken. Entnommen werden kann die Wärme über Wärmetauscher direkt in der Kanalisation oder im Ablauf der Kläranlagen. Beide Ansätze weisen Vor- und Nachteile auf, die am 6. Mai auf der Blue Stage bei der DWA-Session „Abwärmenutzung / Hydrothermie“ diskutiert werden. Relevant ist das Thema nicht zuletzt vor dem Hintergrund des kommunalen Wärmeplanungsgesetzes, das vorschreibt, dass bis 2045 alle Wärmenetze klimaneutral sein müssen.
Wasserbewusste Stadtplanung
Zum anderen befasst sich die Messe mit wasserbewusster Stadtplanung. Starkregen, Trockenperioden und Hitze stellen Kommunen vor zusätzliche Herausforderungen. DWA und DVGW präsentieren hierzu die Spotlight Area „Die wasserbewusste Stadt der Zukunft“ sowie mehrere Foren und Sessions auf der Blue Stage. „Das Wissen ist vorhanden, viele Pilotprojekte zeigen die Wirksamkeit. Wir müssen jetzt in die breite Umsetzung, um lebenswerte Siedlungsräume zu schaffen“, sagt der Leiter der DWA-Stabsstelle Wasserbewusste Raum- und Siedlungsentwicklung Dr. Friedrich Hetzel.
VDMA Praxistage
Biomasse ist das Multitalent – regenerativer Energieträger der Zukunft und Sekundärrohstoff in einem. Die VDMA-Praxistage präsentiert in Live-Vorführungen zu Altholz, Park- und Gartenabfällen, Wurzeln und Stammholz die mobilen Großmaschinen im realen Einsatz. Organisator der Praxistage ist der VDMA Fachverband Abfall- und Recyclingtechnik.
msc/ifat.de